Dialog zur Krankenhausstrukturreform in Perleberg

Auf Initiative der Grünen Kreistagsfraktion fand heute ein sehr konstruktiver Dialog in Perleberg statt. Ziel war es, die Situation der Prignitz zum Thema medizinische Versorgung erneut genau unter die Lupe zu nehmen. Im Vorfeld wurden den Teilnehmenden wichtige Informationen zur aktuellen Lage des KKH übergeben. Gemeinsam mit der Führungsebene des Kreiskrankenhauses ging es um die Formulierung von Lösungsvorschlägen einer wirksamen Krankenhausstrukturreform im Ländlichen Raum.
Eingeladen zu diesem Dialog wurden Karsten Krüger (Geschäftsführer des KKH), Dr. med. Henning Meinhold, und Dr. med. Jeanette Telschow (KKH Prignitz), Prof. Dr. Armin Grau (Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen), Michael Zaske (Leiter der Abteilung 4 im Brandenburger Gesundheitsministerium), Karla Kniestädt (Landtagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen).
Viele Kliniken, darunter auch das Kreiskrankenhaus in der Prignitz, sind aktuell mit wirtschaftlichen Problemen konfrontiert. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Es gibt seit Jahrzehnten Defizite in der Investitionsfinanzierung der Länder. Darüber hinaus resultieren die wirtschaftlichen Probleme aus einer Kombination von Inflation einschließlich der gestiegenen Energiekosten, den Folgen der Corona-Pandemie, dem Fachkräftemangel und den Defiziten des bisherigen Fallpauschalen-Systems. 
Zu Beginn dieses Dialogs gab Geschäftsführer Karsten Krüger einen Überblick zur Entwicklung des KKH und einen Appell zur  aktuell diskutierten Krankenhausreform: „„Es darf keine kalte Strukturbereinigung unter dem Mantel einer Krankenhausstrukturreform geben!“ Fragen wurden aufgeworfen: „Wann werden, statt der bisherigen Ankündigungen, verbindliche Rahmengesetzgebungen geliefert? Unter welchen Bedingungen wird auch in einer Region wie der Prignitz die gesicherte medizinische Versorgung und Planbarkeit festgeschrieben?“
All diese Gesichtspunkte fanden sich in der sehr lebendigen, konstruktiven Diskussion wieder: Eine verlässliche Ausfinanzierung z.B. durch die Erhöhung des Landesbasisfallwertes , Bürokratieabbau u.v.m. wurden benannt. 
Zudem wurde klar, dass nur eine Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern den Weg für eine gelingende Krankenhausreform ebnen kann. Themen wie die gesicherte Rezeptierung, wurden ebenfalls aufgerufen. Was, wenn Patienten entlassen werden und keinen Hausarzt haben? Wie gelangen sie dann an ein Rezept zur medikamentösen Weiterbehandlung? Unbedingte Sicherstellung der Basisversorgung - ein weiteres Thema. Wie gelingt die Sicherung der ambulanten Versorgung? Weiterer Punkt: Keine Schließung von Kliniken ohne Versorgungsalternative.
In der Runde waren sich alle darin einig, dass die derzeitigen Probleme einem viele Jahre nachwirkendem überholten System geschuldet waren und noch sind. Falsche Anreize haben zu einer Schieflage in der medizinischen Versorgung geführt. Dies gilt es nun mit aller Konsequenz abzuändern.
Einig war sich diese Runde darin, dass Armin Grau als Bundestagsabgeordneter diese intensiv diskutierten Vorschläge in die Sitzungen der Bundesebene einbringt. Wenn es neue Regelungen im bürokratischen Alltag gibt, müssen überbordende, alte bürokratische Vorgaben abgeschafft werden.
Das Fazit dieser Runde: Dieses Treffen hat sich als ein wichtiger und konstruktiver Baustein erwiesen, um weitere Signale aus der Prignitz punktgenau in die politische Entscheidungsebene des Bundestages zu heben.
Im Grünen Bundestagsabgeordneten und Arzt Armin Grau konnte heute ein weiterer Unterstützer gefunden werden. Seine klare Aussage zur Perspektive eines Krankenhauses in der Prignitz: „bedarfsnotwendig“. Weiterhin äußert sich Grau wie folgt: „Die Krankenhausreform ist dringend erforderlich, um die Versorgung zu sichern und die bedarfsnotwendigen Krankenhäuser wie das in Perleberg zu stabilisieren. Die Milliardenbeträge aus dem Transparenzgesetz müssen den Krankenhäusern jetzt schnell zur Verfügung gestellt werden, dazu müssen sich Bund und Länder bald einigen.“
Ihm wurde abschließend noch Folgendes mit auf den Weg nach Berlin gegeben: „Wenn es weiterer Argumente in der bundespolitischen Debatte bedarf, sowohl die Grüne Landtagsfraktion, als auch  das engagierte Team des KKH und die Kreistagsfraktion stehen bereit.“
 



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